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Fellfarbe & Charakter
Mythos "Schwarz"

Es gibt viele Vermutungen und Beobachtungen, die über den Zusammenhang von Fellfarbe und Charakter spekulieren. Denn eine Spekulation ist und bleibt es, aus der Farbe des Fells etwas über den Charakter eines Tieres schießen zu wollen.

Sind alle blonden Menschen schlau, alle schwarzhaarigen temperamentvoll? Genau so viel oder wenig sagt die Farbe des Fells über das Wesen einer Katze aus.

Was den Charakter eines Tieres bestimmt, hat die Ethologie, die Wissenschaft von der Verhaltenslehre, schon lange herausgefunden. Es ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren. Da sind natürlich Geschlecht und Alter zu nennen. Da spielt die Genetik eine Rolle, damit auch die Rasse einer Katze. Da kommen aber auch Faktoren ins Spiel wie Welpenentwicklung und Sozialisierung.

Mit wievielen Geschwistern wächst eine junge Katze auf, wann wird sie aus dem Mutter-Kind-Verband herausgelöst, lernt sie Menschen, Hunde, andere Tiere kennen und wenn ja, wie sind diese Erfahrungen?

Also, keine Angst vor schwarzen Katzen. Die Farbe ihrer Haare sagt zunächst einmal nichts über das Wesen einer Katze aus. Wer sich für ein Tier entscheidet, der sollte es in seinem Wesen beobachten, den Umgang mit Artgenossen und mit Menschen. Und sollte, wenn möglich, Informationen über die Vorgeschichte einholen. 

Und dann: Nur Mut und auf in das Abenteuer, dass das Zusammenleben mit einem anderen Lebewesen  immer bedeutet, egal, ob blond, ob braun, ob schwarz.

 

Kein wissenschaftlicher Nachweis für Zusammenhang von Fellfarbe und Charakter

Schwarz ist die Farbe der Nacht. Sie wird mit Eleganz, mit Mystik und Geheimnis assoziiert, aber auch mit Angst und Übersinnlichen, ja mit dem Bösen an sich. Und schwarze Katzen gelten bis heute in vielen Ländern als Unglücksboten. Ob es daran liegt, dass viele Menschen den „Minipanthern“ reserviert gegenüber stehen? Oder woher rühren die Vorurteile gegen schwarze Katzen? Und gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Fellfarbe und Charakter?

„Es gibt keine bekannten wissenschaftlichen Studien, die einen Zusammenhang von Fellfärbung und Wesen eines Tieres wirklich beweisen“, ist sich Dr. Dennis Turner vom Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie (I.E.T) sicher. Bekannt ist nur, dass die Aminosäure Tyrosin die Ausgangssubstanz sowohl für das schwarze Pigment Melanin als auch für Adrenalin und Dopamin ist, außerdem für das Schilddrüsenhormon Thyroxin, die allesamt den Antrieb steigern, also den Körper aktivieren. Aber lässt das bereits Rückschlüsse auf das Wesen eines Tieres zu?

 

Gene und Umwelt prägen den Charakter

„Wir wissen heute, dass sowohl die Gene, als auch die Umwelt die Persönlichkeit und damit das Verhalten von Individuen beeinflussen“, erklärt die deutsche Diplom-Biologin und Katzenverhaltensexpertin Birgit Rödder. „Erschwerend kommt hinzu, dass die genetische Veranlagung von Persönlichkeitsmerkmalen während der Trächtigkeit von Wohlbefinden und Ernährung der Mutter beeinflusst werden kann, etwa durch Mangelernährung oder allgemein durch Stress“, so die Tiertherapeutin. „Dies kann bei den Jungen zu Ängstlichkeit vor Unbekanntem, Scheu und einer verzögerten Entwicklung und Schwierigkeiten beim Lernen führen.“ Eine ängstliche, unsichere oder aggressive Katze ist das eben nicht wegen ihrer roten, schwarzen oder grauen Fellfarbe, Vielmehr spielen sowohl die ererbten Gene, als auch die Lebens- und Umweltbedingungen während der Jugendentwicklung eine Rolle. Schwarz ist, um es anders zu formulieren, wirklich nur die Farbe der Haare, nicht des Charakters.

 

Genau davon aber sind viele Menschen überzeugt. So gibt es eine Online-Befragung des Psychologischen Instituts der University of California aus dem Jahr 2013, in der rund 200 Menschen Katzen mit einer bestimmten Fellfarbe gewisse Eigenschaften zuweisen sollten. Das Ergebnis war verblüffend: „Die meisten der Befragten erwarteten einen freundlichen Charakter bei den roten Katzen. Den zweifarbigen wurde Ungeduld und Distanziertheit unterstellt. Die weißen Katzen wurden überwiegend als zurückhaltender und ruhiger eingeschätzt, als alle anderen. Und den schwarz-weißen Tieren wurde meist Freundlichkeit unterstellt“, fasst Dennis Turner zusammen. Und was war mit den schwarzen Tieren? „Denen wurden überwiegend überhaupt keine besonderen Eigenschaften zugesprochen, sie waren quasi einfach nicht da“, so der Wissenschaftler.

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